Theo`s Tagebuch

Theo`s Tagebuch

Der Neu-Autor, Veranstalter von geführten Campingreisen und Reisebegleiter der geführten Touren, Manfred Berlinski, berichtet über seine Erlebnisse mit seinem neuen Wohnmobil von Morelo, namens Theo.

Das vorherige Concorde-Wohnmobil „Paul“ war noch sprachlos.
Jetzt lässt er sein neues Fahrzeug „Theo“ informativ, lustig aber auch satirisch über Erlebnisse, Begebenheiten, Camping- und Stellplätze, Personen usw. sprechen. Verfolgen Sie doch einfach „Theos Welt“
Mein Name ist Theo Morelo geb. Reimann (wobei alle sagen dass ich ein Mädchen sein muss weil ich so wunderschön bin). Ich bin der Erstgeborene der Reimann Reisemobile GmbH. Mein Vater ist der in der Reisemobil-Familie bekannte ehemalige Geschäftsführer von Concorde Reisemobil GmbH.

Schon im August 2010 wurde auf der Caravan-Messe in Düsseldorf mit Jörg Ziesener und Jochen Reimann von mir geträumt und beschlossen, dieses schöne Wohnmobil muss her! Ich wurde schon einen Tag vor Messebeginn bestellt!
Im Januar 2011 wurde ich gezeugt und Anfang April 2011 geboren. Nachdem mich alle in der Firma Reimann begutachtet haben, wurde beschlossen, dass ich noch ganz viele Geschwister bekommen soll (bei Morelo-Reimann arbeiten halt viele kompetente und potente Leute)! Obwohl ich noch ganz jung bin, bin ich aber mit 9,12m Länge und 3,40m Höhe schon ganz ausgewachsen. Mein Herz und mein Fahrgestell kommen von der Firma Iveco. Da ich noch viele Geschwister bekommen soll und meine Erzeuger dafür noch viel Geld brauchen, wurde bei Morelo beschlossen, ich soll für einen angemessenen Preis an Pflegeeltern verkauft werden.
Am Dienstag, den 19. April 2011 lernte ich dann endlich meine Pflegeeltern kennen und wir waren gegenseitig begeistert von uns! Meine neuen Eltern heißen Anne und Manfred Berlinski und sind im Gegensatz zu mir mit 59 Jahren schon uralt. Beide sind begeisterte Wohnmobil-Fahrer und sind dafür bekannt, dass sie mit großem Erfolg geführte Wohnmobil/Caravan-Reisen anbieten. Sie nennen sich www.Berlinski-Campingreisen.de und wohnen in Dortmund. Da ihr bisher gefahrener Concorde Charisma etwas in die Jahre gekommen ist, sie aber auf jugendliche Schönheit und neuen Schnick-Schnack wie Hubstützen, Luftfederung, Schwingsitze, Raumbad, Queens-Bett, perfekte Haustechnik usw. stehen, wurde ich ausgewählt und für perfekt befunden. Immerhin brauchen sie ja für Ihre geführten Reisen auch ein großes Fahrzeug um viele Dinge für die Teilnehmer mitzunehmen.
Nachdem wir uns nun endlich kennengelernt haben, haben wir gegenseitig beschlossen uns immer gut und nett zu behandeln. Ich werde mein „Bestes“ geben um Anne und Manfred nicht zu enttäuschen! Im Gegenzug haben mir meine neuen Eltern versprochen, dass sie mir die große Welt zeigen werden. Außerdem haben mir beide versprochen, dass sie versuchen werden mich immer so zu fahren, dass ich keine Beulen oder offene Wunden bekommen werde.

In den nächsten Monaten soll ich sehr viel Arbeit bekommen und viel unterwegs sein. Sicherlich werde ich auch von vielen Leuten bestaunt werden (ich bin ja im Moment der „Schönste“).
Mein Tagebuch und Reisebericht wird Euch allen da draußen berichten was ich so erlebt habe!
Jetzt geht es für mich endlich los und ich werde das große Firmengelände bald verlassen können!
Dienstag 19. April 2011
Abholung und Übergabe durch den sehr freundlichen, gut aussehenden, kompetenten Wohnmobil-Händler Jörg Ziesener aus Elze bei Hannover, der schon beim Kauf in Düsseldorf auf der Caravan-Messe zu Anne und Manfred gesagt hat: Wenn Ihr dieses Auto kauft, geht es Euch und auch mir besser!
Als Anne und Manfred mich dann das erste Mal blitzblank in der Halle bei Morelo gesehen haben, waren sie von mir richtig begeistert und auch ich hatte das Gefühl, dass es für uns drei Liebe auf den ersten Blick war. Während der Übergabe hatten Anne und Manfred allerdings noch ein paar Sonderwünsche und es sollten noch ein paar Kleinigkeiten geändert werden. Auf diese Art und Weise lernten sie im Laufe des Tages einen großen Teil der sehr netten und freundlichen Morelo-Mannschaft kennen. Ob Jochen Reimann, Kerstin Windisch, Armin Dietz, Dietmar Lorz oder Jörg Ziesener – alle waren noch einmal bei mir! Am Nachmittag wurden noch schöne Fotos von der offiziellen Übergabe gemacht und alle waren glücklich (schließlich bin ich ja der „Erstgeborene“).
Es hätte insgesamt ein so schöner Tag werden können ………
Anne und Manfred wollten jedoch noch mit mir und Jörg Ziesener zur Tankstelle in Schlüsselfeld fahren. Unterwegs sagte Manfred zu Jörg dass das vorherige Reisemobil „Paul“ nur einen 80 Liter Benzintank hatte, und er sich freut, dass ich einen 170 Liter Benzintank habe und er dadurch nicht mehr so oft tanken muss.

Ja dann wurde getankt…………
Als Manfred dann den Betrag von € 229,- zahlen sollte, ist er wie ein Stein umgefallen und musste vom herbeigerufenen Notarzt 1 Stunde reanimiert werden. Ich hörte noch wie Anne ihm kurz vor dem Umfallen sagte „Reg dich bitte nicht so auf – wir werden einfach morgen in unserem Modelleisenbahngeschäft die Preise erhöhen! –
Am Nachmittag bekamen Anne und Manfred dann noch Besuch von einem sehr netten Ehepaar, welches sie im letzten Jahr bei ihrer geführten Tour nach Polen/Masuren kennen gelernt hatten. Auch diese beiden wollten auf diesem Wege die Firma Morelo – meine Geburtsstätte – kennenlernen. Ingrid und Uwe Sch. Aus Offenburg reisten mit einem Reisemobil der Marke Phoenix an. Endlich lernte ich auch einmal einen Artgenossen kennen, der ganz anders aussah als meine Morelo Geschwister. Nachdem die vier am Abend sehr konsequent etwas gegen den Durst unternommen hatten, kamen sie ziemlich albern und laut redend am späten Abend zurück zu unseren zwei Reisemobilen. Auch wir zwei hatten uns auf dem Morelo-Firmengelände nebeneinander stehend angefreundet. Das erste Mal in meinem noch kurzen Leben wurde dann in meinem Queens-Bett übernachtet. Weit nach Mitternacht wurde ich dann von einem tiefen Grollen erschreckt. Manfred gab Geräusche von sich die ich zuvor noch nie gehört hatte! Anne sagte immer wieder zu ihm „schnarch doch nicht so laut“ aber irgendwie hat Manfred Annes Reden die ganze Nacht ignoriert.
Am nächsten Morgen haben sich dann alle voneinander verabschiedet und mein Motor musste dann 400 Km lang zeigen, was man mit 170 Pferdchen so machen kann. In Dortmund kam ich in Dunkelhaft und wurde in einer 10 x 4 m Garage eingesperrt. Anne und Manfred haben sich mit den Worten „tschüs Theo, in 2 Tagen geht es richtig los, von mir verabschiedet. Ich glaube wir waren heute alle drei so richtig zufrieden.

Wie geht es weiter:
Anne, Manfred und ich starten in 2 Tagen zu einer kleinen Urlaubsreise Richtung Gardasee, bei der aber unterwegs für eine geführte Gruppenreise 2012 in die Alpen einige Campingplätze ausgesucht werden. Wir fahren mit drei Wohnmobilen mit Marcus, Susanne, David, Klaus und Ulla – alle aus dem Berlinski-Clan -



Montag, 9. Mai 2011 - 17:50 Uhr

Fortsetzung Theos Tagebuch

Karfreitag, 24.04.2011
Schon am sehr frühen Morgen werde ich aus der Dunkelhaft entlassen. Anne und Manfred fahren mich aus der Garage und ich bekomme noch Einiges an Zuladung nachdem sie schon am Vortag einige Hundert Kilo in mir verstaut haben.
Aber Hallo!
Ich bin doch kein Schwertransporter. 340 l Frischwasser und 170 l Diesel kommen auch noch dazu. Ja wie soll ich denn da mit meinem kleinen 170 PS-Antrieb die Berge erklimmen?

Um 6:30 geht es dann endlich los. Die erste größere Reise steht uns Dreien bevor. Am ersten Autobahnrastplatz auf der A 45 (Sauerlandlinie) treffen wir auf 2 Reisemobile der Marke Concorde. Im ersten Reisemobil warten Manfreds Sohn Marcus mit dessen Ehefrau Susanne und Enkel David und im zweiten Reisemobil – dem von Anne und Manfred geliebten Vorgänger von mir „Paul“ – die Schwiegereltern von Marcus, Ulla und Klaus auf uns. Wir werden die nächsten Tage zusammen fahren und ich kann mir im Laufe der Reise bei meinen Reisemobil-Kollegen viele Tipps holen, wie man die Besitzer und Fahrer demütig, wütend aber auch überwiegend glücklich machen kann. Wie Manfred sagt, sind Marcus und Klaus bei den Teilnehmern der geführten Campingreisen aus den Jahren 2006 – 2009 gut bekannt und sehr beliebt.

Nach einem langen Fahrtag erreichen wir das Zillertal und ich freue mich auf meinen wohlverdienten Feierabend. Auf einem sehr großen Campingplatz, der auch Startpunkt der geführten Alpenreise im Jahr 2012 werden soll, komme ich aber nicht zur Ruhe. Da der Platz am Karfreitag sehr voll ist, bekommen wir nur noch provisorische Stellplätze am Ein- und Ausgang. Schon ab der ersten Minute werde ich von vielen Campern bestaunt, und wie ich glaube auch bewundert. Ich höre sehr viele Kommentare und die meisten sind positiv. Als ich dann auch noch das erste Mal „stramm stehen“ musste (Hubstützen ausfahren), kamen einige Betrachter aus dem Staunen nicht mehr heraus! Ab Mitternacht wurde es dann endlich ruhig.

An den beiden nächsten Tagen besichtigten wir weitere Campingplätze im Raum Bludenz und Chur für die geführte Reise. Anne und Manfred sind begeistert, wie ich trotz meines hohen Gewichtes fast mühelos die tollsten Pass-Straßen erklimme.
Leider habe ich allerdings seit der Besichtigung eines Campingplatzes bei Bludenz in Österreich leichte Kopfschmerzen. Nachdem Manfred in den sehr schönen Campingplatz hineingefahren ist, musste er rückwärts fahrend wieder drehen, was auf dem sehr engen Platz nicht einfach war. In einem Baum versteckt hing eine Dachrinne planlos herum und kümmerte sich nicht im Geringsten darum, das ich an ihr rückwärts fahrend vorbei wollte. Na ja, eine Genugtuung hatte ich, die Dachrinne hat Totalschaden aber ich habe nur ein paar Hautabschürfungen über dem Spiegel, die man aber nicht sieht! Manfreds Ego hat allerdings auch ein paar Kratzer abbekommen, da er mich natürlich nicht schon am zweiten Tag verletzen wollte.

Über den meist auch im Winter geöffneten und sehr harmlosen San Bernardino-Pass ging unsere Reise weiter zum Lago Maggiore. Wie auch an den vorherigen Tagen schien mir die Sonne recht stark auf meine Außenhaut. Auch hier wurde ein sehr schöner Campingplatz direkt am See für die geführte Reise besichtigt und für viele Camper war ich wieder „der Star“. Obwohl mein Vorgänger Paul fast jede Nacht neben mir steht, haben Anne und Manfred mich inzwischen mindestens so lieb wie ihn (hoffe ich).

Am Ostermontag haben wir den Lago Maggi verlassen und fahren nun alle zusammen für 4 Tage an den Gardasee. Hier ist es so wunderbar, dass wir alle gern noch länger bleiben würden. Schade – inzwischen hatte ich mich mit den beiden anderen Reisemobilen angefreundet – aber am Freitag Morgen mussten wir alle Abschied voneinander nehmen. Die beiden anderen Reisemobile fuhren zurück nach Deutschland, jedoch wir fahren nach Pisa, wo der Treffpunkt der geführten Sizilien-Reise ist. Anne und Manfred müssen Josi und Dieter (Reisebegleitung) noch einige Papiere überbringen, freuen sich jedoch auch darauf die Reiseteilnehmer kennen zu lernen.

Der Campingplatz bei Sirmione am Gardasee war so schön, und wir haben direkt am Wasser gestanden , wie es selten am Gardasee möglich ist. Anne und Manfred haben gesagt: Diesen Platz kann man wirklich allen Italien-Reisenden für die An- und Abfahrt oder auch für einen Urlaub empfehlen. Natürlich möchten wir Euch Lesern und Campern die wichtige Adresse nicht vorenthalten.
Camping San Francesco, Strada Vicinale San Francesco, 25015 Desenzano del Garda, GPS: 45-27-56 N, 10-35-42 E

Als wir uns am Gardasee getrennt haben, sind wir am Freitag den 29. April über Parma nach Pisa gefahren und mussten dabei eine sehr kurvenreiche Autobahnstrecke durchs Gebirge fahren. Nachdem ich ja schon die ersten 2000 Km hinter mich gebracht habe, hat Manfred zu Anne gesagt dass ich jetzt nach dem Einfahren von der Motorleistung her viel elastischer und auch spritziger geworden bin, und Anne hat gesagt „unser Theo ist einfach fahrtastisch“

In Pisa gab es dann ein großes Hallo, da schon Josi und Dieter, aber auch einige Teilnehmer der geführten Sizilienreise früher angereist waren. Hier konnte ich mich fünf Tage inmitten verschiedenster Reisemobile und Caravans ausruhen. Da die Fähre nach Sizilien erst am folgenden Dienstag Abend ab Livorno abfuhr, haben Anne, Josi, Manfred und Dieter für die Gruppe noch zwei zusätzliche Ausflüge organisiert und die Gruppe bis dahin gemeinsam bespaßt.
Am Dienstag Abend haben wir dann die Gruppe zum Hafen begleitet und verabschiedet. Auch ich musste mich wieder von den anderen Fahrzeugen verabschieden und habe dabei mindestens 3 Liter Scheiben-Waschwasser verheult.
Am Mittwoch Morgen lenkte mich Manfred dann von Pisa fort Richtung Norden und wir fuhren wieder in die Schweiz. Dort haben wir die für 2012 geplante Alpenreise weiter vorbereitet und abgefahren.
Pass-Straßen und schöne Orte wie Montreux, Interlaken, Grindelwald, Täsch bei Zermatt, Lauterbrunnen und Brienz lernte ich kennen und auch hier bewunderten mich viele interessierte Camper.

Allerdings will ich auch nicht verhehlen, dass ich mich Anne und Manfred gegenüber nicht ganz korrekt verhalten habe und zwei Elektrobauteile der Gasanlage negativ beeinflusst habe. Anne und Manfred waren an einem Tag so sauer auf mich, dass sie mir wieder das „Sie“ angeboten haben.

Nachdem wir die Schweiz verlassen haben war unser nächstes Ziel der wunderbare Super-Stellplatz in Bad Dürrheim. Hier wollten Anne und Manfred zwei Elektrofahrräder der Marke „Flyer“ kaufen, weil sie bei Fahrradtouren während der geführten Reisen nicht mehr mit ihren Vorkriegsrädern hinter den meisten Teilnehmern her hecheln wollten, die schon lange mit diesen „Elektro-Fahrhilfen“ bewaffnet sind. Wir müssen jedoch noch einmal nach Bad Dürrheim, da die Fahrräder erst in ca. 10 Tagen geliefert werden.

Zufälligerweise war während der Pause in Bad Dürrheim der geniale Techniker der Firma Morelo, Armin Dietz in der Nähe und konnte mein Gasproblem lösen, das wahrscheinlich durch Bedienungsfehler von Anne und Manfred ausgelöst wurde. Nun sind die Beiden wieder glücklich und lieben mich mehr denn je! Bei einer Flasche Motoröl haben sie mir auch wieder das „Du“ angeboten.

Nun geht es wieder nach Dortmund und ich komme für ca. 1 Woche wieder in Dunkelhaft in meine Garage.

Wie geht es weiter:
Ab Mitte Mai starten wir Drei zu einer Franken-Fress-Tour, die ein Mitglied der Concorde-Gruppe Nord organisiert hat und bei der einige Concorde-Besatzungen dabei sind. Da Anne und Manfred ja 7 Jahre ihren „Concorde-Paul“ geliebt und gefahren haben, kennen und mögen sie natürlich viele Concorde-Fahrer. Bei dieser gemeinsamen Tour soll es neben viel Spaß überwiegend fränkische Spezialitäten zu essen geben.

Hoffentlich werden meine Besitzer durch diese 10000 Kalorien-Diät nicht so schwer, dass ich aufgelastet werden muss……..



Montag, 6. Juni 2011 - 09:45 Uhr

Theos Tagebuch

14.05.2011
Abfahrt zu einer Tagung der Modelleisenbahn-Händler in Frankfurt
Heute Abend bin ich stolz „wie Oskar“. Obwohl die Tagung vom 2.größten Modellbahn-Hersteller der Welt bezahlt wird und im 5-Sterne-Kempinski-Hotel in Neu-Isenburg bei Frankfurt stattfindet, schlafen Anne und Manfred lieber in meinem Bett auf dem Parkplatz des Hotels als in einem tollen Hotelzimmer mit allem Zipp und Zapp!
16.05.2011 Weiterfahrt Richtung Aschbach und Schlüsselfeld
Da ich jetzt eingefahren bin und schon ca. 5000 Km auf dem Buckel habe, ist es kein Problem für mich, wenn Manfred meinen Motor auf 2500 – 3000 Umdrehungen bringt, und wir mit ca. 100 Stundenkilometern über die Autobahn gleiten. Manfred sagt immer wieder zu Anne wie schön es ist, dass die Morelo-Leute im Motorraum aufwendige Kunst-Bauten zur Kühlung des Motors geschaffen haben, die bei Überhitzung den sehr lauten Iveco-Lüfter nur gelegentlich anspringen lassen.
Manfred sagt: Der Wermutstropfen ist allerdings das er sich jetzt den rechten Arm chirurgisch auf 1,20m verlängern lassen und in einen Yoga-Kurs gehen muss um sich so verbiegen zu können, das er problemlos den Ölstand prüfen und gegebenenfalls Öl nachfüllen kann.
Na ja, alles im Leben hat halt Vor- und Nachteile!
Ich habe Anne bei einer längeren Autobahnfahrt mal aufzählen hören welche Vorteile aber auch Nachteile ich zu meinem in die Jahre gekommenen Vorgänger „Paul“ habe.
Vorteile: Super-Fahrkomfort durch Luftfederung und Schwingsitze, Standfestigkeit durch Hubstützen, durch Toilettenfesttank muss nicht mehr alle 2 Tage die schwere Kassette über den Campingplatz geschleppt werden sondern es braucht nur etwa alle 10 Tage der Ablasshebel betätigt werden, großes Raum-Badezimmer und Queens-Bett, 2 Fernseher mit denen man gleichzeitig unterschiedliche Programme anschauen kann, Radio-Anlage mit tollem Lautsprechersystem ein Genuss für alle Musik-Liebhaber, große Markise mit eingebauter LED-Beleuchtung, Einbauten im Innenraum sehr gut durchdacht und zweckmäßig.
Nachteile: schlechtere Sicht durch Bus-Spiegel (Manfred hat jedoch durch den Anbau eines zusätzlichen Spiegels für bessere Sicht gesorgt), komplizierte aber marktübliche Elektro-Technik im Fahrzeug (aber Anne hat sie im Griff), umständliche Handhabung der Außenstrom-Versorgungsklappe.
Am späten Nachmittag sind wir dann in Aschbach angekommen und haben im Vorbeifahren sehr nette Teilnehmer unserer geführten Reisen auf dem Concorde-Stellplatz stehen sehen. Eigentlich wollten wir nach Morelo zur Übernachtung, sind aber dann lieber auf dem Concorde-Stellplatz geblieben. Obwohl Anne und Manfred jetzt mich, „Theo“ und Morelo den I. fahren, sind sie der Firma Concorde immer noch verbunden, zumal Sohn Marcus einen Charisma II und Reiseleiter Josi und Dieter einen Charisma I fahren.
Am nächsten Morgen hatte ich dann einen Termin in meinem Geburtshaus Morelo. Einige kleine Wehwechen und Änderungen sollten repariert und ausgeführt werden. Auch das schon weiter oben erwähnte Gasmodul eines italienischen Zulieferers musste erneut ausgetauscht werden. Der erfahrene und sehr versierte Mechaniker Marco war bei mir hauptsächlich für die Innenarbeiten zuständig und Armin Dietz kümmert sich um die komplette Technik. Hierbei zeigte Armin vollsten Körpereinsatz!!!!!!!!!!!!!!! Unter mir auf einem Rollwagen liegend, ist bei Arnim die Jeans im vorderen Schrittbereich geplatzt. Danach hat sich die Frauenquote in der Werkstatt um ca. 50 % erhöht und auch Anne hat ihre Brille geputzt und für ein paar Stunden in der Öffentlichkeit getragen.
Da ich „Theo“ ein Technik-Freak bin, macht es mir immer wieder einen Heiden-Spaß wenn ich Anne und Manfred oder Armin Dietz ein neues technisches Problemchen als Aufgabe zur Lösung stelle.
Nach dem Werkstatt-Besuch hat Manfred zu mir gesagt: Theo deine Spielchen gefallen mir nicht! – Wenn Du Dir noch einmal in der nächsten Zeit für uns ein Problem ausdenkst, kommst Du wieder in Dunkelhaft und bleibst dort! Daher habe ich beschlossen ab sofort ganz artig zu sein.
Am Nachmittag sind wir dann zum Phoenix-Stellplatz in Bad Windsheim (dieser Platz liegt direkt an einer wunderbaren Therme mit Salzsee und ist sehr empfehlenswert) gefahren, wo wir schon von vier Concorde-Besatzungen erwartet wurden, mit denen wir nun eine 12-tägige „Trink- und Ess-Tour“ (Manfred hat gesagt dass ich Sauf- und Fresstour nicht mehr sagen darf) unternehmen wollten. Organisiert wurde diese wunderschöne Tour von Jutta und Kurt und die weiteren Teilnehmer waren, Irene und Eberhard, Inke und Heinz und Marlies und Jürgen.
Während die Teilnehmer in Bad Windsheim ausgiebig die wunderschöne Therme und den Salzsee genossen und auch noch eine Radtour nach Kaubenheim unternommen haben, konnte ich mich mal wieder einige Tage ausruhen. Manfred erzählte dass die Gruppe in Kaubenheim in einem Landgasthof eine Schlachtplatte mit allem drum und dran für den sagenhaften Preis von je € 5,- genossen haben und dass es bei diesen günstigen Preisen Spaß macht in Franken unterwegs zu sein!
Danach wurde ich wieder gefordert! Es ging weiter nach Dettelbach auf den Stellplatz direkt am Main. Von dort fuhren wir weiter über Volkach und Kemmern nach Bamberg. Hier kam laut Manfred sehr viel Kultur ins Spiel. Die Gruppe wurde von einem Stadtführer erwartet und alle kamen begeistert zu uns Wohnmobilen zurück. Coburg, Kulmbach und Pottenstein waren weitere Ziele die ich anfahren musste. Am Ende der Franken-Tour waren Anne, Manfred und ich restlos begeistert und würden es jederzeit „wieder tun“!!!!!!!!!!! Ich bin froh, dass Anne und Manfred nicht zu viel an Gewicht zugenommen haben und ich nicht aufgelastet werden musste!



Samstag, 16. Juli 2011 - 12:40 Uhr

Fortsetzung Theos Tagebuch

Samstag 04.06.2011
Es geht wieder los. Das Garagentor öffnet sich und ich werde erst mal wieder aus der Dunkelhaft entlassen.
Anne und Manfred starten in diesem Jahr zur ersten geführten Reise. Die Ziele heißen Finnland-Norwegen-Nordkap-Lofoten-Geiranger-Oslo. 6500 Km liegen vor uns dreien. Ich freue mich schon sehr auf die neuen Eindrücke und Manfred hat mir versprochen, dass ich in den nächsten 5 Wochen auch einige sehr schöne Wohnmobile und Caravans um mich herum haben werde.
Bevor wir am Montag nach Travemünde zum Treffen mit der Gruppe fahren, möchten Anne und Manfred mich noch 2 Tage ganz in Ruhe genießen. Wir fahren nach Greven bei Münster auf den von Anne und Manfred sehr geliebten Top-Stellplatz von Klaus Nowacki. Der Stellplatz ist sehr voll und ich lerne schon am ersten Tag viele neue Wohnmobile der verschiedensten Marken und Größen kennen. Welche Freude für meine beiden Eigner, auf dem Stellplatz werden sie von Gudrun und Rudo begrüßt – zwei sehr nette Teilnehmer der Polen-Masuren-Reise 2010. Da Gudrun und Rudo schon am Sonntagvormittag abreisen und auf dem Stellplatz in der ersten Reihe direkt am Dortmund-Ems-Kanal stehen, werden in der Frühe erst einmal die Plätze getauscht und wir standen dann in der ersten Reihe. Gegen Mittag wollen Anne und Manfred mit ihren neuen Flyer-Elektrorädern direkt am Kanal entlang bis Münster fahren. Sie kommen sehr angetan zurück und sind begeistert von Ihren Rädern, der Strecke und dem sehr schön ausgebauten Hafen von Münster. Am Abend gibt es dann für beide ein sehr gutes Essen im Platzrestaurant bei Harry!
Am Montag geht es auch für mich endlich wieder los. Wir fahren von Greven nach Travemünde – fast 400 Km. Die fast 100 Km langen Baustellen auf der A 1 treiben Anne und Manfred die Begeisterung ins Gesicht!
Bis Dienstagnachmittag sind alle Teilnehmer pünktlich zum Treffen auf dem Stellplatz in Travemünde eingetroffen. In der Nacht von Dienstag auf Mittwoch steuert Manfred mich das erste Mal in den Bauch eines großen Fährschiffes. 28 langweilige Stunden warten die Fahrzeuge in der Dunkelheit, während unsere Besitzer sich oben an Bord langsam kennen lernen und sich an verschiedenen Buffets während der Überfahrt nach Helsinki erfreuen. Am Donnerstagmorgen erreichen wir Helsinki und ich habe schon nach einigen Km das Gefühl, dass Skandinavien und ich gut zusammen passen! Temperaturen über 30 Grad – das hatten Anne und Manfred allerdings nicht erwartet – zumal sie diese Temperaturen auch bei den vorherigen Reisen noch nicht erlebt hatten. Aber auf dem Weg Richtung Norden kühlte es sich immer mehr ab. Obwohl immer wieder Mücken gegen meine Frontscheibe klatschen und auch die Menschen zu Begeisterungstürmen hinreißen, sagt Manfred dass es in diesem Jahr so wenig wie in keinem anderen Jahr zuvor sind.
Nach einigen Tagen wird Lappland erreicht und es werden von der Gruppe die ersten Elche gesichtet – wobei ein großer Teil der gesehenen Elche „getarnte“ Rentiere sind. Kurz bevor die norwegische Grenze erreicht wird, setzt bei einigen Teilnehmern der Gruppe ein merkwürdiger Durst auf alkoholische Getränke ein. Die niedrige Einfuhr-Freigrenze für Alkohol in Norwegen führt zu drastischer Reduzierung der Bestände in den Fahrzeugen. Nachdem die an dem Einreisetag von Zöllnern nicht besetzte Grenze passiert wurde, waren alle erleichtert – es wurde jedoch festgestellt, dass bei den extrem hohen Alkoholpreisen nun eine erhebliche „Durststrecke“ auf die Gruppe zukommt.
Die Weiterfahrt Richtung Nordkap bei schönstem Wetter in allerschönster Landschaft begeistert nicht nur mich sondern auch meine neuen Womo- und Caravan-Freunde sowie die Fahrer und Beifahrer. Am Nordkap wird die Mitternachtssonne genossen und es wird gar nicht mehr dunkel – ja verdammt – wann soll ich denn mal schlafen? Anne und Manfred ziehen in ihrem komfortablen Schlafzimmer einfach die Verdunkelungen an den Fenstern herunter – aber was machen bitteschön wir Womos und Caravans?
Im Verlauf der weiteren Reise werden die Lofoten und danach der Polarkreis erreicht. Noch nie in meinem bisherigen Leben habe ich so viele Kurven, Berge und Täler kennen gelernt.
Anne und Manfred lieben ja dieses Norwegen über alles – aber manchmal unterhalten Sie sich während der Fahrt auch richtig wütend: Warum muss in diesem Land, in dem das Öl gefördert wird und das ja so reich ist, der Spritpreis so extrem hoch sein. Warum müssen im Straßengraben – oft in traumhafter Landschaft- alte, schon vor Jahren verunglückte Autos oder abgelegte Fässer aus Metall schon seit Jahren verrosten ohne das ein Straßen-Dienst diese Schrottleichen wegräumt! Da Anne und Manfred diese Strecken ja schon mehrmals gefahren sind, kennen sie inzwischen alle „Sauereien“ in den Straßengräben, allerdings kommen auch immer neue dazu.
Nachdem der Polarkreis passiert wurde, hat Manfred in einem „Wein-Monopolet“ eine Flasche Aquavit für die Gruppentaufe gekauft. Es heißt immer wenn der Polarkreis überquert wird, muss man einen Aquavit trinken der selbst auch über den Polarkreis gefahren wurde. Manfred sagt zu Anne: Wie soll ich nur dem Finanzamt den Preis von € 45,- für diese Flasche erklären, die glauben sicher, dass ich die Flasche in einem Laden gekauft habe, wo Mädchen beim Table Dance an der Stange tanzen.
Vom Polarkreis aus ging es weiter über Trondheim, Geiranger, Lillehammer Richtung Süden bis Oslo
Da mir die meistens gute Laune meiner beiden Besitzer langsam auf den „Keks“ ging sollte ich auch nicht verschweigen, dass ich mir auch immer wieder mal – entgegen meinem Versprechen – etwas Besonderes habe einfallen lassen um die Aufmerksamkeit auch mal wieder auf mich zu lenken. Der erneute Ausfall des Gas-Moduls und ein hin und wieder unberechtigter Alarmton der automatischen Trittstufe haben ihre Freude auf das Fahren mit mir manchmal etwas getrübt. Aber unsere Beziehung, also ich Womo „Theo“ und Anne und Manfred funktioniert inzwischen wie eine gute Ehe nach dem Prinzip „Zuckerbrot und Peitsche“
Insgesamt gesehen haben mir aber die vielen Kilometer nichts ausgemacht und ich habe den Beiden auch viel Freude gemacht. Allerdings haben aber auch meine „Kollegen“, also die Fahrzeuge der anderen Teilnehmer, ihren Besitzern ebenso viel Freude gemacht. Trotz der vielen gefahrenen Kilometer, der langen Zeit, der großen Beanspruchung und der großen Gruppe hatte kein Fahrzeug eine Panne oder einen Unfall! Alle sind heil in Oslo am Endziel unserer Reise angekommen.
Ganz besonders waren Anne und Manfred von den mitgereisten extrem netten und liebenswerten Paaren begeistert, die mit dazu beigetragen haben, dass es eine sehr harmonische und schöne Reise mit gut gelaunten Leuten wurde!
Auf dem Campingplatz in Oslo wurden Anne und Manfred von einem Reporter-Team einer Osloer Zeitung befragt, warum sie Norwegen so lieben. Anne sagte: wir lieben die einmalige Landschaft, die Natur und Bremykt. Der Reporter sagte: warum und was ist Bremykt. Darauf antwortete Anne, dass es sich bei Bremykt um einen norwegischen Brotaufstrich handelt, der aus Rapsöl und Butter besteht und wie stark gesalzene Butter schmeckt. Mittlerweile nehmen Anne und Manfred von jeder Norwegen-Reise große Mengen dieses Produkts sowohl für den Eigenbedarf, für die Verwandten und Nachbarn mit, da Bremykt sie alle süchtig gemacht hat!
In Oslo gab es dann noch ein Abschiedsessen und eine Verabschiedung, die nicht nur die Regentropfen in die Augen laufen ließ.
Die 1200 Km lange Rückreise nach Dortmund über Göteborg und die Insel Fehmarn wurde von meinem Fahrer in 1,5 Tagen bewältigt. Nun wartet auf Anne und Manfred wieder viel Arbeit im Lokschuppen und auch die Unterlagen und Buchungen für die im September stattfindenden Frankreich- und Südpolen-Reise müssen bearbeitet werden. Auch das Treffen auf Sylt im Oktober erfordert noch einiges an Büro-Arbeit.

Ich melde mich bei Euch wieder, wenn es Neues zu erzählen gibt. – Jetzt muss ich erst mal wieder in „Dunkelhaft“
P.S. per e-mail hat sich bei Anne und Manfred ein Paar gemeldet, welches auch einen neuen Morelo besitzt und dessen Besitzer Theo heißt. Die drei wollen im nächsten Jahr evtl. an einer geführten Tour mit uns teilnehmen. Wir freuen uns auf das „Kennen lernen“!



Samstag, 27. August 2011 - 11:41 Uhr

Mittwoch, 24.08.2011

Licht!
Das Garagentor geht auf und Anne und Manfred stehen vor mir. Es sieht so aus als ob meine lange Dunkelhaft wieder beendet ist und ich mal wieder frische Luft bekomme.
Anne und Manfred sagen zu mir: Hallo Theo, mach Dich frisch, es geht zur Caravan-Messe nach Düsseldorf.
Braun gebrannt und sichtlich gut gelaunt stehen die Beiden vor mir. Was ist passiert, dass ich zur besten Jahres- und Reisezeit mir so lange die Reifen platt stehen musste?
Obwohl Anne und Manfred in den letzten 15 Jahren fast jedes Jahr mindestens 1 x in den USA waren und diesen wunderschönen Kontinent schon von oben nach unten und von rechts nach links bereist haben, hatten sie schon lange den Traum, einmal mit einem Leih-Mobil (wie bitte, was soll das denn, bin ich den Beiden schon nicht mehr gut genug?) von Las Vegas aus die verschiedensten Nationalparks zu besuchen. Canyons und Nat.-Park wie Grand Canyon, Monument Valley, Mesa Verde, Arches, Bryce Canyon, Zion Nat.-Park und einige mehr standen auf der Wunschliste. Außerdem wollte Manfred "als Mehdorn der Modelleisenbahn" mal wieder mit der berühmten Durango + Silverton Eisenbahn fahren. Eine Reise überwiegend in die Natur, teilweise auf der berühmten "Route 66", ohne große Städte wie San Francisco und Los Angeles mit ihren vielen Ampeln, Hektik und Staus war geplant. Ja, und so kam es dann wohl.
Manfred hat gesagt: Das Leih-Mobil hat sehr gut durchgehalten. Aber es hat wohl von den Beiden keinen Namen bekommen. Das
zeigt mir doch, das ich für die Beiden etwas "Besonders" bin. Als schlechte Nachricht haben mir Anne und Manfred schon jetzt angekündigt, das ich im Juni 2013 wieder in längere Dunkelhaft komme und das diese USA-Reise für sie die Reise Ihres Lebens war. Aus diesem Grund wird die Reise für Juni 2013 von ihnen als geführte Wohnmobilreise angeboten (das Programm steht ab September 2011 als Vorschau für 2013 hier im Internet).
Ja und nun fahren wir am Mittwoch Nachmittag nach Düsseldorf. Obwohl die Messe erst offiziell am Samstag beginnt, stehen schon ca. 200 Wohnmobile und Caravans auf dem riesigen Parkplatz des Messegeländes.
Dann kommt Donnerstag, der 25.08.2011
Der Tag fängt gut an. Anne und Manfred sitzen bei schönstem Wetter am Frühstückstisch und planen eine Radtour am Rhein entlang. Manfred sagt: endlich mal wieder ein schöner Ruhetag ohne Stress. Gesagt getan, bis zum Nachmittag sind die Beiden mit Ihren elektrisch unterstützten Rädern, die sie bis auf 31 Kmh hochgejagt haben, auf Tour.
Gegen 17:00 Uhr steht Anne in meiner Küche und will das Abendessen vorbereiten. Beim Zwiebel schälen steht ihr das Wasser in den Augen. Manfred sagt: ich setze mich noch ein wenig nach draußen vor das Auto. Aber statt sich wirklich hinzusetzen, steht er hinter mir und quatscht mit einem bekannten Concorde-Fahrer.
Mit ihrem Tränen-verklärten Blick sieht Anne wie ein anderes Wohnmobil an mir vorbeifährt und rechts vor mir abbiegt. Der "Spezialist" am Steuer schneidet die Kurve und mit seiner Markise reißt er mir meinen rechte großen Bus-Spiegel ab. Manfred, hinter mir stehend, hört ein Geräusch, welches er nie wieder vergessen wird und denkt noch so: bitte lass dieses Geräusch nicht von meinem Theo kommen! In Annes Augen sind plötzlich nicht nur "Zwiebel-Tränen" zu erkennen. Mein großer rechter Spiegel liegt gebrochen auf der Straße.
Panik bei Anne und Manfred. Wir wollen doch am Samstag nach Dresden fahren, wo eine Gruppe Camper wartet, mit denen wir eine geführte Tour durch Polen machen. Aber wie können wir ohne Spiegel fahren und auch noch damit über die Grenze kommen?
Als Manfred sieht, dass das rabiate Wohnmobil auch noch einem Ehepaar gehört, welches auch geführte Campingreisen anbietet, schreit er sofort "Sabotage". Wahrscheinlich wollen die verhindern, das wir pünktlich in Dresden ankommen und die Gruppe selbst übernehmen.
Ja, ich habe Schmerzen und Anne und Manfred sind auch stinksauer. Ein Sch.....-Tag! Manfred hat den defekten Spiegel hinten in meinen Stauraum gepackt. Da die Messe bald anfängt, ist auch die Morelo-Mannschaft schon auf dem Gelände. Manfred ruft einen der beiden Geschäftsführer, Reinhard Löhner, an und berichtet von unserem Problem. Dieser verspricht evtl. Hilfe. Anne sagt: mit nur einem Spiegel sieht unser Theo von vorne schrecklich aus. Nachdem die Polizei da gewesen ist, und viele Schaulustige meinen Schaden begutachtet haben und sich die Wogen dann etwas geglättet haben sitzen Anne und Manfred nachdem sie ein Altbier im Festzelt getrunken haben wieder bei mir im Auto. Da ich hier auf dem Parkplatz gut sichtbar für alle in der ersten Reihe stehe, bleiben hunderte vorbeigehende Messegäste auf dem Weg zum Festzelt vor mir stehen und bemerken dass ich nur noch einen großen Spiegel habe. Hier im Auto hören Anne und Manfred Sprüche wie: Na, hat es bei den Beiden nicht mehr für einen zweiten Spiegel gereicht? oder aber: Liefert Morelo dieses Fahrzeug nur mit einem Spiegel. Diese und andere Sprüche haben sowohl Anne und Manfred als auch mir sehr weh getan!
Ein schön begonnener und nicht mehr so schön endender Tag ist vorüber.
Am Freitag morgen ist auf der Messe Presse- und Gäste-Tag. Anne und Manfred lassen mich mit meinen Schmerzen allein und gehen auf die Messe, natürlich zuerst zum Morelo-Stand. Reinhard Löhner sagt: Alles wird gut! Ich habe veranlasst, das am Samstag ein Spiegel direkt von Schlüsselfeld zum Parkplatz auf die Messe geliefert wird und dort direkt angebaut wird.
Als A. und M. gegen 15:00 wieder zurück zum Parkplatz und mir zurückkommen, hat Manfred eine Blitz-Idee: Er sagt zu Anne: Ich habe es heute satt von vielen vorbeigehenden Besuchern wieder dumme Sprüche über den nicht mehr vorhandenen Spiegel zu hören. Er holt meinen defekten Spiegel wieder aus meinen Stauraum und legt ihn direkt vor meine Haube auf den Wegrand.
Hunderte neue Messegäste sind heute angereist und machen sich zu Fuß auf den Weg zum Festzelt. A. und M. haben nun viel Spaß in den Backen. 90 % der vorbeigehenden Besucher bleiben nun vor mir stehen, begutachten den Schaden, schauen links, schauen rechts, lesen laut "ah Berlinski-Campingreisen" und fragen dann, "machen sie geführte Reisen" - "Haben sie einmal einen Katalog für uns" und niemand lästert mehr!
Ich, Theo Morelo, werden nun von allen bedauert aber auch bewundert und A. und M. mussten vor Freude schon fast den Schlüpfer wechseln.
Samstag Morgen:
Nachdem Manfred schon sehr früh aufgewacht ist, und diesen neuen Abschnitt von meinem Tagebuch geschrieben hat, sind wir alle drei gespannt, wann der neue Spiegel kommt und wir endlich zu unserer Gruppe nach Dresden fahren können.
In Polen erwarten uns sicher wieder neue Abenteuer und Ihr inzwischen viele Leser, Freunde und Kunden da draußen in dieser schönen Welt werdet wieder von uns lesen.



Freitag, 25. November 2011 - 11:24 Uhr

Fortsetzung
Mittwoch 23.11.2011, 17:00 Uhr

Die Schreib-Blockade von Manfred scheint beendet zu sein!
Wann ist denn nun mein Spiegel geliefert worden?
Nachdem wir am Samstag auf dem Messe-Parkplatz die Nachricht bekamen, dass der Fahrer von Morelo mit dem neuen Spiegel noch vor Frankfurt im Stau steckt, haben Anne und Manfred beschlossen nach Hause zu fahren. Schließlich mussten sie mich ja noch für die unmittelbar bevorstehende Südpolen-Reise beladen. Also ab auf die Autobahn Richtung Dortmund, endlich durfte mein Motor wieder brummen! Zu Hause angekommen haben Anne und Manfred dann gefühlt 2 Tonnen Lebensmittel, Getränke und Ausrüstung für die Gruppe in meine geräumigen Seitenfächer und meine Garage geladen. Auch die beiden Elektro-Fahrräder meiner beiden schnapp-atmenden und in die Jahre gekommenen Besitzer wurden noch sicher verpackt!
Am Nachmittag wurde dann mein neuer rechter Außenspiegel in Düsseldorf auf der Messe bei unserem Händler Jörg Ziesener angeliefert.
Glücklicherweise ist mein Heimatort Dortmund nur 68 Km vom Messezentrum Düsseldorf entfernt. Daher kam gegen 19:30 Uhr Jens Gross, ein netter und kompetenter Mitarbeiter von Jörg Ziesener, zu uns nach Hause. Jens Gross hat den neuen Spiegel geliefert und auch sofort montiert. Endlich konnte ich mich wieder überall sehen lassen! Große Freude bei allen Beteiligten!
Am sehr frühen Sonntagmorgen, irgendwie nimmt keiner Rücksicht auf mich und meinen Schönheitsschlaf, wurde mein Motor gestartet und es ging los Richtung Dresden. Hier waren schon viele Teilnehmer der Südpolen-Reise eingetroffen. Da Anne und Manfred schon sehr viele Teilnehmer aus vorherigen Reisen kannten, fiel die Begrüßung sehr herzlich und manchmal sogar stürmisch aus. Die Wiedersehens-Freude war riesengroß. Auch ich habe einige bekannte Fahrzeuge wiedergetroffen und der Ärger über das frühe Aufstehen war verraucht!
Ich, Theo, bin ja nun auch schon in der Pubertät und habe daher im Moment nur noch Augen für die schönen und gut gebauten weiblichen Reisemobile der Teilnehmer. Ein großes Mobil mit besonders großem „Vorbau“ hat es mir besonders angetan! Im Zuge der Aufklärung hat Manfred mir gesagt, dass dieser Vorbau Alkoven heißt.
Auf dem sehr gepflegten und perfekt geführten 5-Sterne-Campingplatz „Lux-Oase“ (von Anne und Manfred sehr zu empfehlen) in der Nähe von Dresden hatte ich dann erst einmal 3 Tage frei, da Anne, Manfred und die Reisegruppe die Stadt Dresden und Umgebung mit einem Reisebus erkundet haben.
Dann ging es weiter Richtung Polen. Kurz vor der Grenze wurde es dann für alle meine schwereren Kollegen (ab 3,5 t) spannend. Unsere Besitzer mussten für uns ein Maut-Gerät besorgen und installieren. Dies gestaltete sich nicht als einfach oder kundenfreundlich und alle schimpften in den Fahrzeugen lautstark darüber! Im nächsten Jahr wird es bei der Beschaffung wohl keine Schwierigkeiten mehr geben, da dann das System schon über 1 Jahr im Einsatz ist.
Nachdem diese Hürde überstanden war ging die Reise jedoch ohne Probleme weiter.
Ich lernte viele neue Campingplätze kennen und durfte durch allerschönste Landschaft fahren!
Es passte einfach alles! Das Wetter war sehr gut, alle Teilnehmer und Reisemobile blieben gesund und sind wieder gut zu Hause angekommen.
Nach der Polen-Reise musste ich mich dann erst einmal wieder für 14 Tage an meine dunkle Garage gewöhnen da Anne und Manfred noch eine 9-tägige Busreise für Eisenbahnfreunde nach Österreich organisiert und begleitet haben.
Am 12. Oktober war es dann endlich wieder soweit. Die Garagentür öffnete sich und ich wurde vom Tageslicht geblendet. Es ging wieder los! Jahrestreffen auf der „schönsten Insel“ vonne ganze Welt – Sylt!
Die An- und Abreise auf die Insel erfolgte mit der bequemen Sylt-Fähre.
Von List aus habe ich dann auf unserem Weg zum Campingplatz ein kleines Stück der wunderschönen Insel kennengelernt und ich war hellauf begeistert!
Der sehr gute, gepflegt und gut geführte 4-Sterne-Campingplatz in Wenningstedt war für 1 Woche unsere 1. Wahl (auch dieser Campingplatz wird von Anne und Manfred sehr empfohlen).
Für mich war hier auf dem Platz faulenzen angesagt und da ich in der ersten Reihe gestanden habe, gab es für mich immer sehr viel zu sehen.
Am Begrüßungsabend gab es für die Gruppe in der „Eiche“ in Tinnum zuerst ein sehr gutes Buffet und danach freuten sich alle Teilnehmer auf den Stargast des Abends. Manfred Degen, Inselkomiker, Satiriker und in Norddeutschland für seinen intellektuellen Humor bekannter Super-Star verpasste der Camping-Gruppe kollektives Bauchweh vom Lachen!
Schönes Wetter, gutes Essen, Fahrradtouren usw. machten dieses Treffen zu dem wohl besten Treffen in der Geschichte von „Berlinski Campingreisen“
Außerdem haben Anne und Manfred beim Jahrestreffen den neuen Reisekatalog für 2012 vorgestellt. Dabei zeichnete sich sehr schnell ab, dass die geplante Schweiz-Reise von Anne und Manfred sehr schnell ausgebucht sein würde – deshalb wurde schon auf Sylt beschlossen eine 2. Gruppe 4 Tage nach der ersten Gruppe starten zu lassen. Die 2. Reise startet also am 14.06. und wird von Dieter und Klaus begleitet, für Musik und Unterhaltung wird Wolfgang sorgen und als weibliche Unterstützung bei diversen küchentechnischen Dingen steht Margrit den Männern helfend zur Seite.
Die von Anne und Manfred geplante Wohnmobil-USA-Reise im Jahr 2013 hat unseren Stargast Manfred Degen und seine Frau Erika so überzeugt, dass diese als erste Teilnehmer schon auf dem Treffen ihre Teilnahme zugesagt haben. Anne und Manfred freuen sich sehr über diese sympathischen Teilnehmer – Mich fragt natürlich mal wieder keiner, was ich davon halte während der USA-Reise in Dortmund in der dunklen Garage stehen zu müssen! Aber da muss ich wohl durch.
Für mich ging die Saison dann Anfang November zu Ende. Am ersten Samstag im November hat uns unser Morelo-Händler Jörg Ziesener zu seinem traditionellen Grünkohl-Essen für Morelo- und Carthago-Kunden, sowie für ehemalige Concorde-Kunden und Freunde des Hauses eingeladen.
Hier habe ich einen meiner Brüder getroffen, der komischerweise auch Theo heißt. Über dieses Wiedersehen habe ich mich besonders gefreut!!!!!!!!!!!!!
Nachdem Anne und Manfred sich den Bauch so richtig vollgeschlagen haben und wie sie mir erzählt haben sich sehr nett mit vielen Leuten unterhalten haben, ging es dann am Sonntag zurück nach Dortmund und ich wurde endgültig in den Winterschlaf geschickt!!!!!!!!!!!



Anmelden





Copyright (c) 2005 Webdesign MW. Alle Rechte vorbehalten.



Druckbare Version